Angst, Wut und Machtlosigkeit: emotionale Reaktionen auf den Klimawandel

Waldbrände, Überschwemmungen Dürren und Wassermangel stellen Lebensgrundlagen in Frage – Sie sind Auslöser für emotionale Reaktionen, die von Wut und Trauer bis hin zu Gelassenheit und Hoffnung reichen. In seiner Studie „Zwischen Angst, Zuversicht und Widerstand: Emotionale Reaktionen auf die Klimakrise in Südtirol“ präsentiert Felix Windegger, Forscher am Center for Adavanced Studies von Eurac Research, beim 2. AlpenKlimaGipfel auf der Zugspitze, welche Sorgen der Klimawandel Menschen bereitet, mit welchen Emotionen darauf reagiert wird und wie weit die Meinungen der Gesellschaft auseinandergehen.

 Ausgehend von der Forschungsfrage, wie Menschen in Südtirol auf die Klimakrise reagieren, zeigt sich vor allem eines: Mit Emotionen werden Menschen angetrieben, zu handeln, – „Personen, die besonders emotional auf die Folgen des Klimawandels reagieren, sind eher dazu bereit, sich zu engagieren und auch auf bestimmte Konsumpraktiken zu verzichten.“, so Felix Windegger. Gleichzeitig gebe es aber eine große Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und tatsächlichem Verhalten: „Auf der einen Seite ist das Umweltbewusstsein sehr hoch, aber wenn es dann ums Handeln geht, sieht die Situation anders aus.“ Mit dem Auto durch die Innenstadt zu fahren, wolle sich kaum jemand verbieten lassen –, zu sehr fühle man sich dabei in der eigenen Freiheit und den eigenen Rechten eingeschränkt. Dabei wird außer Acht gelassen, dass damit wiederum die Freiheit jener Menschen bedroht wird, die gesunde Luft atmen wollen.

Drei Gruppen, drei Haltungen

Windegger teilt in seiner Studie die Befragten und deren Einstellung zur Klimakrise in drei Gruppen ein: Die Besorgten, die Gelassenen und die Misstrauischen. Die erste Gruppe verspürt vermehrt Angst, zeigt überwiegend negative Emotionen und besteht größtenteils aus Frauen. Die Gelassenen zeigen sich zufrieden im Umgang mit der Klimakrise, während die misstrauische Gruppe den Klimawandel als irrelevantes Problem und eine Zumutung ansieht. Es sind überwiegend Männer, die dieser Gruppe angehören. Studien zeigen auf, dass Frauen ein höheres Umweltbewusstsein haben und eher bereit seien klimafreundlich zu handeln. „Männlichkeitsbilder sind stark mit Praktiken verstrickt die emissionsintensiv sind“ erklärt Windegger. „Dazu gehört beispielsweise das Fleischessen oder Autofahren“. So brauche es im Umgang mit der Klimakrise nicht nur eine technologische, sondern auch kulturelle Transformation.

Klimasorgen und Machtlosigkeit

Zwei Drittel der Befragten gaben an, sich aufgrund der Klimakrise Sorgen zu machen – viele von ihnen fühlen sich jedoch machtlos gegenüber den globalen Entwicklungen. Trockenheit, Wassermangel, Starkregen und Überschwemmungen sind es, die Kopfzerbrechen bereiten. „Die Medien spielen eine entscheidende Rolle. Es geht nicht nur darum, worüber gesprochen wird – sondern auch darum wie darüber gesprochen wird.“ Umso wichtiger sei es, so Windegger, die gesamte Gesellschaft mitzunehmen – Stimmen einzubeziehen, die im öffentlichen Diskurs bislang wenig Gehör finden sowie eine breitere Klimapolitik.

Redaktion: Magdalena Stern
Kategorie: Artikel
Datum: 05.6.2025

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